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Lachen

Heute schon gelacht? Über Humor und Gesundheit

Foto einer lachenden Katze Erich Kästner sagte: „Jeder Mensch erwerbe sich Humor! Der Humor rückt den Augenblick an die richtige Stelle. Er lehrt uns die wahre Größenordnung und die gültige Perspektive. Er macht die Erde zu einem kleinen Stern, die Weltgeschichte zu einem Atemzug und uns selber bescheiden. Das ist viel“.

Echter Humor wirkt heilend, verbindend und versöhnend. Humor trägt dazu bei, eine Situation der Verschlossenheit in eine Atmosphäre der Wärme, Offenheit und gegenseitigen Wertschätzung zu überführen. Humor ist die wesentliche Schlüsselqualifikation für den Umgang mit Menschen und ist unabdingbar für echte Beziehungsfähigkeit. Damit zählt Humor zu unseren wichtigsten sozialen und emotionalen Kompetenzen.

Die Italiener sagen: "Lachen macht gutes Blut". Die Inder behaupten: "der beste Arzt lebt in dir und lacht". Nachdem bewiesen wurde, wie eng Denken, Emotionen und körperliche Abläufe miteinander verknüpft sind, beschäftigte sich ein neuer Wissenschaftszweig, die Gelotologie (gelos = Lachen [griech.]) ernsthaft mit der Frage: Ist Lachen gesund? Und warum?

positive Wirkungen des Lachens

Die dabei festgestellten Effekte können so manchen Pharma-Forscher nur vor Neid erblassen lassen: So wurde nachgewiesen, dass Humor und Lachen die Bronchien erweitern [Rubinstein 1985], die Muskulatur entspannen [Titze 1996], gesunde Abwehrzellen aktivieren [Berk 1994] und die Selbstheilungskräfte aktivieren [Cousins 1996]. Selbst einige Tage, nachdem man sich beispielsweise über einen lustigen Film amüsiert hat, sind erhöhte Werte körpereigener Abwehrstoffe im Blut feststellbar. Beim Lachen lockern sich nicht nur die Gesichtsmuskeln, auch die Gedankenmuster werden frischer und leichter – man ist zufriedener, kreativer und spontaner. Die geistige Leistungsfähigkeit verbessert sich – Müdigkeit und Apathie verschwinden.

Aber Lachen aktiviert auch die Atemmuskeln und fördert so die Lungenelastizität. Beim Lachen atmet man tiefer und verlängert ein. Beim Ausatmen wird beinahe das gesamte Luftvolumen stoßweise herausgepresst. Die Lachatmung führt durch den angeregten Gasaustausch zu mehr Sauerstoff im Blut, gleichzeitig wird die gefangene Luft fast vollständig entleert. Rubinstein ("Die Heilkraft Lachen" Bern, Hallwag, S. 79, 1985) schätzt, dass der Gasaustausch während des Lachens drei- bis viermal so groß ist wie im Ruhezustand. Die oberen Luftwege werden, ähnlich wie beim Husten, von störenden Sekreten befreit. Lachen ist also Atemtherapie! Forscher vermuten inzwischen, dass humorvolle Menschen ein weitaus stabileres Immunsystem haben und seltener krank werden als Menschen, denen der Humor abhanden gekommen ist.

Nebenwirkungen

Als Nebenwirkungen und Risiken des Humors sind lediglich zu befürchten: Ein schneller Abbau emotionaler Spannungen, unerwartete Perspektivenwechsel, Loslassen von alten Wertvorstellungen und das Aufgeben von rigiden Verhaltensmustern. Wem die Stabilität seines eingefahrenen Denksystems das wichtigste Ziel ist, der sei also ausdrücklich vor Humor gewarnt. Für alle anderen gilt:

Lernen wir wieder, Witze zu erzählen – kennen Sie den schon? Oma weiß, was sich gehört, und spendiert ihrem Enkel zum 18. Geburtstag ein Auto. Zum Dank lädt er sie zu einer Spritztour ein. Als Oma Schwierigkeiten hat, auf den Beifahrersitz zu klettern, fordert sie Harry auf: „Du, Harry, sei so lieb und stell mir doch den Sitz mal vor!“ Darauf Harry: „Sitz, des is mei Oma, Oma des is der Sitz!“

Stephan Kruip (zuerst veröffentlicht in muko.info 3/2011)

Quellenangaben: Ehepaar Küppers (Dipl.-Soz.päd. und Allgemeinarzt)
Humor und Heiterkeit: Die wiederentdeckten Therapeutika
Stiftung Humor und Gesundheit

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Foto: Ethikrat Stephan Kruip am RednerpultStephan wurde 2016 in den 26-köpfigen Deutschen Ethikrat berufen (hier sein kurzes Vorstellungsvideo). 2018 hielt er Vorträge über Ethische Probleme von Menschen mit seltenen Erkrankungen und über Menschenwürde und Keimbahntherapie. Zum Weiterlesen: Infobrief des Deutschen Ethikrats.


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