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Sport-Studie Activate-CF

Kann Sport die Lungenfunktion erhöhen?

internationale, multizentrische Studie

Foto von SportlerDie Studie "Activate-CF" soll zeigen, ob die Lungenfunktion (gemessen durch die FEV1), durch eine zusätzliche sportliche Betätigung (zusätzlich mind. 3 Stunden/Woche) verbessert werden kann. Kann dieser Effekt in einer klinischen Studie nachgewiesen werden, so könnte der Stellenwert der Sporttherapie in der CF-Behandlung steigen und eine Erstattungsfähigkeit von Sportprogrammen bei CF vorangetrieben werden.

Titel der Studie

Effekt eines 6-monatigen teilweise überwachten Sportprogramms bei CF: eine internationale, multizentrische, randomisierte und kontrollierte Studie

Beteiligte Wissenschaftler

Prof. Dr. Helge Hebestreit, Universitäts-Kinderklinik, 97080 Würzburg: Prof. Hebestreit ist Leiter der Studie und für die internationale Koordination verantwortlich. Insgesamt haben 11 CF-Zentren aus Deutschland ihre Beteiligung an der Studie zugesagt. Die Studie wird darüber hinaus in der Schweiz, in Frankreich und Kanada durchgeführt und finanziell durch nationale Förderorganisationen dieser Länder unterstützt.

Laufzeit

Insgesamt 3 Jahre; reine Studiendauer 2 Jahre; voraussichtlicher Beginn: Juni 2014

Hintergrund

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Sport für CF Patienten wichtig ist, um die körperliche Fitness zu erhalten, das Wohlbefinden zu stärken und die Lungenfunktion positiv zu beeinflussen. Der genaue Mechanismus, wie Sport die Lungenfunktion beeinflussen kann ist nicht geklärt, man vermutet eine Verbesserung der Selbstreinigung („Mucoziliäre Clearance“) der Lunge, sowie die Stärkung der respiratorischen Muskeln.

Bisherige Studien untersuchten Sportprogramme wie Ausdauertraining, Aerobic- oder Fitnesstraining in von einem Trainer angeleiteten und überwachten Trainingseinheiten. Nachteil solcher sog. „überwachten Sportprogramme“ ist die Schwierigkeit, das Training in den individuellen Tagesablauf der Patienten einzubinden sowie die unterschiedlichen Präferenzen der einzelnen CFPatienten für bestimmte Sportarten zu berücksichtigen. Diese individuellen Anforderungen können durch die angebotenen überwachten Programme nicht immer abgedeckt werden, was in der Praxis oft dazu führt, dass zu wenig oder gar kein Sport gemacht wird. Die von Herrn Hebestreit geplante Studie soll nun untersuchen, ob weniger überwachte, individuelle sportliche Aktivitäten den gleichen positiven Effekt haben. Voruntersuchungen von Herrn Hebestreit deuten darauf hin.

Projekt

Die Studie soll zeigen, ob die Lungenfunktion, gemessen durch die FEV1, durch eine zusätzliche regelmäßige frei gewählte und individuell durchgeführte sportliche Betätigung (zusätzlich mind. 3 Stunden pro Woche intensives Training) im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die kein zusätzliches Training beginnt, verbessert werden kann.

Kann dieser Effekt in einer klinischen Studie nachgewiesen werden, so könnte der Stellenwert der Sporttherapie in der CF-Behandlung steigen und eine Erstattungsfähigkeit von Sportprogrammen bei CF vorangetrieben werden.

Durchführung

Studienteilnehmer werden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe wird die Kontrollgruppe und die Patienten sind aufgefordert, ihre sportliche Betätigung für 6 Monate unverändert beizubehalten. Die andere Gruppe ist die Interventionsgruppe, und diese Patienten sollen mit Beginn der Studie mind. 3 Std. Sport die Woche, zusätzlich zur bisherigen sportlichen Betätigung, beginnen und diese „Sportintervention“ 6 Monate durchführen. Das Sportprogramm wird nicht vorgegeben, jedoch findet zu Beginn eine individuelle Beratung statt. Die einzelnen Sporteinheiten werden nicht durch einen Trainer überwacht, jedoch müssen die Studienteilnehmer ein elektronisches Tagebuch führen, in welchem die Aktivitäten (u. a. Auswertung eines Schrittzählers) erfasst werden sollen. Über ein Online-Tool ist ein Feed-back durch einen Trainer vorgesehen, d. h. die Trainingsgruppe wird während der 6-monatigen Interventionsphase beraten und motiviert, das3 Training beizubehalten („teilweise überwachtes Training“). Der Vergleich der FEV 1 Daten vor und nach der Sportintervention im Vergleich zu der Kontrollgruppe soll zeigen, ob das über ein Online-Tool kontrollierte Training (+ 3 Std. / Woche) die Lungenfunktion im Vergleich zu CF Patienten ohne zusätzliches Training verbessert.

Nutzen

Die Studie wird beantworten, ob sich ein individuelles und nur teilweise überwachtes Sportprogramm positiv auf die Lungenfunktion bei CF auswirkt. Für die Studie wird ein Online-Tool entwickelt, welches eine teilweise Kontrolle der körperlichen Aktivität von CF-Patienten durch ihren Sporttherapeuten ermöglicht. Dieses Tool wird im Rahmen der Studie angewendet, um die sportliche Aktivität der Interventionsgruppe zu beobachten und motivierend einzuwirken. Die Studie wird zeigen, ob eine solche teilweise überwachte Sporttherapie die Lungenfunktion verbessert und dazu führt, die sportliche Aktivität der Patienten zu erhöhen. Das Online-Tool (in Deutsch, Englisch und Französisch) soll zu Beginn des Projektes entwickelt werden und kann nach Durchführung der Studienphase auch an anderen Zentren schnell etabliert werden.

Sie wollen unterstützen? 

Die Studie wird von nationalen CF-Organisationen finanziert, sowie mit 184.630 Euro des Vertex Innovation Award und 50.000 Euro von Abbott gesponsert. Der Mukoviszidose e.V. freut sich über Ihre finanzielle Unterstützung für dieses sehr sinnvolle Forschungsprojekt. Hier erfahren Sie, wie Sie das Projekt untersützen können.  

Quelle: Liste der Forschungsprojekte des Mukoviszidose e.V. (Seite 4 und 5)

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Foto: Ethikrat Stephan Kruip am RednerpultStephan wurde 2016 in den 26-köpfigen Deutschen Ethikrat berufen (hier sein kurzes Vorstellungsvideo). 2018 hielt er Vorträge über Ethische Probleme von Menschen mit seltenen Erkrankungen und über Menschenwürde und Keimbahntherapie. Zum Weiterlesen: Infobrief des Deutschen Ethikrats.


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